Kostenermittlungen und Kostenkontrolle

Alle Auftraggeber, ob private, öffentliche oder gewerbliche Bauherren, erwarten vom Architekten Kostenbewusstsein und Zuverlässigkeit bei der Kostenplanung.

Die Bauherren können dazu beitragen durch:
- frühzeitige Beauftragung erforderlicher
   Fachingenieure (Statik, Haustechnik etc.)
- frühzeitiges Baugrundguachten, bei Altbauten Bestandserkundung.
- Vorgabe von realen Planungsvorläufen und
  realisierbaren Bauzeiten
- Bewusstsein, dass Planungs- und
  Ausführungsänderungen meist Geld kosten
- realistische Einschätzung von Budget und
  Wünschen

Eine tranparente Kostenkontrolle während der Planungs- und Bauzeit ermöglicht die Einhaltung des Kostensolls. Bei Mehrkosten kann mit Rückstellungen,  Vereinfachungen und ggf.  kostenreduzierenden Umplanungen reagiert werden.
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Kostenentwicklung und Steuerung

Auch schon vor Beginn der Planung beeinflussen Entscheidungen des Bauherrn erheblich die zu erwartenden Kosten, z. B. durch die Grundstücksauswahl, die Grösse des Bauprogramms etc.

Wenn ein exakt definiertes Raumprogramm und Bauvolumen umgesetzt werden soll, gibt es während der Planungs- und Bauzeit unterschiedliches Potenzial, die Baukosten noch zu beeinflussen.

Die Steuerungsmöglichkeiten der zu erwartenden Kosten nimmt im Projektverlauf gravierend ab.
Die Entscheidungen zu Projektbeginn sind stark kostenentscheidend, während im weiteren Bauablauf weniger Steuerungsmöglichkeiten bestehen, z.B. durch Qualitätsänderungen der Bauteiloberflächen.

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Eigenleistung

Die Möglichkeiten und die Grössenordnung von Eigenleistungen beim Bauen können frühzeitig abgeschätzt werden, wenn bereits die Kostenschätzung eine Aufteilung nach den einzelnen Baugewerken vornimmt.
Finanztechnisch reduzieren Eigenleistung nicht die Baukosten, sondern sie sind ein Teil der Finanzierung, als "Muskelhypothek" ähnlich wie Eigenkapital anzusetzen.

Bei Eigenleistung ist zu klären, ob sie sich auf die Gewährleistungen anderer Baugewerke auswirken können oder ob sie den Bauzeitenplan beeinflussen können.
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Kosteneinfluss Baukonstruktion und Bauunterhaltung


Die "günstigen" Erstellungskosten eines Gebäudes relativieren sich bald unter der Betrachtung der Folgekosten über einen längeren Nutzungszeitraum.
Ca. 30 Jahre dauert die Standardtilgung des Baukredites, ca 50 Jahre und mehr nutzen private Bauherren oft ihre eigene Immobilie.
Die Nutzungskosten beinhalten die Kosten für den Gebäudebetrieb und die Instandhaltungskosten, um das Gebäude in einem nutzbaren Zustand zu halten.

In langen Zeiträumen betrachtet können die Folgekosten die Erstellungskosten bald übersteigen.

Eine gute Bauqualität und eine Betrachtung der Folgekosten lohnt sich. Die Freude über den günstigen Einstiegspreis dauert dann nicht lange.
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Kosteneinfluss Energieeffizienz und Folgekosten

Der durchschnittliche Energieverbrauch aller Wohngebäude für Heizung und Warmwasser liegt in Deutschland bei 170 kWh/m2a.
Nach einer energetischen Altbau-Sanierung mit Passivhaus-Komponenten liegt der Verbrauch bei ca. 40 - 50 kWh/m2a.

Energiepreisanstieg von 2002-2012:
- Heizöl / um ca. 116 % auf 8,2 Ct/kWh
- Gas /     um ca.   52 % auf 6,4 Ct/kWh
- Strom /  um ca.   81 % auf 29 Ct/kWh

Je nach Finanzierung und Energiekosten-
entwicklung können sich die Investitionen in energieeffizientere Gebäude nach 10 - 20 Jahren amortisieren, dies bei erhöhtem Immobilienwert und erhöhtem Wohnwert.
- energet. Sanierung / 100 m2-Wohnung
Investitionskosten € 30.000,-- (= € 300,--/m2)
jährl. Finanzierungskosten (4%) = € 12,--/m2
jährl. Energieeinsparung: ca 120 kW/h/m2
bei Energiekosten von 10 Ct/kWh sind Ausgaben / Ersparnis gleich hoch
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